schen Produzenten von Halbfabrikaten zusammenhängen. Dies wird auch durch zahlreiche Tatsachen bestätigt. Die Produzenten der südrussischen Wolle, die Plantatoren der mittelasiatischen Baumwolle üben im eigenen Interesse einen Druck auf das Eisenbahntarifwesen aus, damit der Transport ihrer Rohprodukte dem polnischen Fabrikanten möglichst billig zu stehen komme. Die russischen Wollweber suchen gleichfalls den Transport polnischer Garne nach Rußland möglichst zu befördern usw. usw.
Ferner ergibt sich aus der Tatsache, daß der Kampf zwischen den Fabrikanten und den Produzenten von Rohmaterialien und Halbfabrikaten ebenso in Rußland wie in Polen hauptsächlich auf dem Gebiete der beiden Ländern gemeinsamen Zollpolitik ausgefochten wird, daß die kämpfenden Parteien Polens mit denen Rußlands sich vielfach vereinigen, um Hand in Hand mit dem nationalen Feinde und gegen die eigenen Stammesbrüder vorzugehen. Solcher Beispiele bietet die Geschichte der russischpolnischen Industrie in Menge. Im Jahre 1850 setzt z. B. die russische Regierung unter dem Drucke der gemeinsamen Petitionen der polnischen und der russischen Wollweber die Zollsätze auf Wollspinngarn herab. Kaum war dies aber geschehen, als schon polnische und russische Spinner in rührender Eintracht die Regierung bestürmten, um die Zollsätze auf Spinngarn wieder hinaufzuschrauben, was auch 1867 geschah.[1] Dieselbe Geschichte wiederholt sich aus einem andern Anlaß in den achtziger Jahren. Seit 1882 wird die Regierung von den Maschinenbauern um Erhöhung der Zölle auf ausländische Maschinen angegangen. „Die Initiative in dieser Beziehung gehörte den Fabrikanten in Riga, denen die andern in Warschau, Kiew, Charkow und Odessa in größtem Einvernehmen folg-ten.“[2] Als aber die Regierung 1885 diesen Wünschen Folge geleistet und die Zölle auf Maschinen erhöht hatte, erhob sich 1886 ein Petitionssturm der Grundbesitzer, wiederum unterschiedslos aus allen Gegenden des Reiches, gegen die Verteuerung der landwirtschaftlichen Maschinen.
Schon diese beiden Beispiele gewähren uns ein ganz anderes Bild der Verhältnisse innerhalb der polnischen und der russischen Bourgeoisie, sowohl in ihren gemeinschaftlichen wie entgegengesetzten Bestrebungen. Keine der beiden nationalen Kapitalistenklassen erscheint innerlich als eine geschlossene Phalanx, sondern im Gegenteil zerklüftet, durch Interessenkämpfe zerrissen, durch Rivalitäten gespalten. Andererseits aber reichen ihre verschiedenen Gruppen, uneingedenk des nationalen Zwistes,