Rosa Luxemburg Werke [RLW], Berlin 1970ff., Bd. 4, 6., überarbeitete Auflage, Karl Dietz Verlag Berlin 2000, S. 208

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bei denen es keine Herren und keine Knechte gibt, sondern freie und gleiche, für das allgemeine Wohl arbeitende Menschen, bei denen es keine Kriege mehr gibt, sondern die Verbrüderung aller Völker – all dies kann nicht vom Himmel fallen als Gnadengeschenk einzelner Helden. Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein, sagt das Kommunistische Manifest von Marx und Engels. Solange die Millionen Arbeiter in allen Ländern nicht begriffen haben, daß sie sich selbst befreien müssen, so lange wird Ausbeutung, Not, Elend und gegenseitige Abschlachtung der Völker kein Ende nehmen.

Aber die Arbeitermassen, Männer wie Frauen, alte wie junge, fangen an, dies zu begreifen. Sang doch unser Freiheitsdichter Heinrich Heine schon vor bald hundert Jahren:

Ich rate euch, nehmt euch in acht,

Es bricht noch nicht, jedoch es kracht;

Die Menge tut es.

Freie Jugend (Braunschweig),

Nr. I vom 25. August 1916, S. 3-5.

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