Handels handelte, wurden manche Städte direkt zum Gehorsam gezwungen durch die Methode des Hänselns, die eventuell in Belagerung und Krieg bestand.
Die Hansa hatte sich also durch die Flotte und die Macht, auf die sie sich stützte, große Privilegien erworben in England.
Dann hatte sie namentlich zu tun mit Dänemark. Das hatte 1362 Wisby auf Gotland erobert, und damit begann ein blutiger Krieg mit Dänemark. Unter Führung des Bürgermeisters von Lübeck zog die hansische Flotte gegen Kopenhagen. Das wurde von den Hanseaten eingenommen und geplündert. Darauf wurde mit Dänemark ein Waffenstillstand abgeschlossen. 1367 beschlossen in Köln 77 Städte den Krieg gegen Dänemark. Eine mächtige hansische Flotte griff die norwegische Küste an und besetzte wiederum Kopenhagen und die dänischen Inseln. 1370 wurde Frieden in Stralsund[1] mit dem dänischen König abgeschlossen. Die Hansa hatte vollen Sieg errungen und hat sich das ausschließliche Handelsrecht in ganz Dänemark gesichert.
Das gleiche Recht hat sie seit 1397 in allen skandinavischen Ländern. Das bedeutete, daß kein anderer Kaufmann eingelassen wurde, wenn er nicht ein Mitglied des hanseatischen Bundes war. Haupthandelsartikel waren die Fische aus der Nord- und Ostsee. Diese Stellung des Bundes in der Nord- und Ostsee dauerte ein Jahrhundert lang. Kaufleute der Hansa hatten in nordischen Städten …
Nach Wisby übernahm dann Danzig die führende Stellung in der Ostsee, und zwar mit dem Kornhandel aus dem Osten, aus Polen und Rußland. Zugleich entwickelte sich dann immer mehr der Handel mit Rußland, und hier spielten Pelze und Holz die Hauptrolle.
Dann führte die Hansa einen ausgedehnten Handel mit England, mit Frankreich, mit Portugal. Überall hatte sie Niederlassungen. Und auch reger Verkehr mit Venedig.
Die Hauptkontore des Handels waren Brügge, Bergen, Nowgorod, auch Schonen, und zwar dieser Ort als Umsteigeplatz.
Hauptgegenstände des Handels waren: aus Frankreich Salz und Weine, aus Flandern Tuch, aus England Tuche und Wolle, aus Schweden Wachs, Pelze, Erze, aus Rußland Getreide, Pelze, Holz, aus den nordischen Gewässern Fische.
Es sind also schon keine Luxusgegenstände mehr, sondern es waren Massenprodukte des täglichen Gebrauchs, die hauptsächlich an die Städter gehen. Da spürt man schon den Übergang zu einer neuen Zeit, wo der Handel nicht mehr bloß für die Herrschaften bestimmt ist.
Die Blütezeit der Hansaherrschaft sind das 14., 15. und 16. Jh. In dieser Zeit hat die Hansa eine Macht dargestellt, die auch politisch sehr geachtet wurde, auf eigene Faust Kriege führte und Verträge mit dem Ausland abschloß. Und es schien, daß die Aus-
[1] Der Friede von Stralsund wurde am 24. Mai 1370 zwischen dem dänischen König Waldemar IV. und dem Bündnis der 57 Hansestädte geschlossen. Er sicherte die Privilegien der Hanse und legte weitergehende Einflußnahmen des Städtebundes in Dänemark fest. Er war ein Sieg über das dänische Feudalkönigtum.