Rosa Luxemburg Werke [RLW], Berlin 1970ff., Karl Dietz Verlag Berlin, Bd. 7.1, S. 310

https://rosaluxemburgwerke.de/buecher/band-7-1/seite/310

Blatt 222

*(W. W.)
daß die Kapitalistenklasse nicht imstande ist, jedes Jahr die Masse Produkte zu verzehren, die ihr zufällt.“[a]
81

„Somit liegt die Achillesferse der kapitalistischen Industrieorganisation in der Unfähigkeit der Unternehmer, ihr ganzes Einkommen zu verzehren.“[b]

(Die „Achillesferse“ liegt nicht im Magen der Unternehmer sondern im Kopf des Herrn W. W.)*

Nicht in der beschränkten Aufnahmefähigkeit des Magens der Kapitalisten sondern in der beschränkten Aufnahmefähigkeit des Hirns des Herrn WW.[c]

83 *„Wenn nach alledem der industriellen Organisation, die in Westeuropa herrscht, noch weiter zu blühen und zu gedeihen beschieden sein sollte, so nur unter der Bedingung, daß Mittel gefunden werden, denjenigen Teil des Nationaleinkommens zu vernichten (wörtlich so! – R.L.), der die Konsumtionsfähigkeit der Kapitalistenklasse übersteigt und nichtsdestoweniger in ihre Hände gelangt. Die allereinfachste Lösung dieser Frage wäre eine entsprechende Änderung*

[a] Zitiert in: ebenda.

[b] PSS, 1, 524, Quelle: Russkaja mysl’, 1889, 9, 80. Von Lenin zit. in: Der ökonomische Inhalt der Volkstümlerrichtung und die Kritik an ihr im Buch des Herrn Struve (Die Widerspiegelung des Marxismus in der bürgerlichen Literatur). [Zu dem Buch von P. Struve: Kritische Bemerkungen zur ökonomischen Entwicklung Rußlands, St. Peterburg 1894. in: LW, 1, S. 519.]

[c] Zitiert in: GW, Bd. Bd 5, S. 236. Im Exzerpt mit Bleistift eingefügt.

Blatt 222RS

*in der Verteilung des Nationaleinkommens unter den Teilnehmern der Produktion. Das kapitalistische Regime wäre für lange Zeit gesichert, wenn die (im Exzerpt: Teilnehmer an der Produktion) Unternehmer von jedem Zuwachs des Nationaleinkommens für sich nur soviel behielten, wie sie zur Befriedigung aller ihrer (im Exzerpt: Bedürfnisse) Einfälle und Launen brauchen, den Rest aber der Arbeiterklasse, d. h. der Masse der Bevölkerung überließen.“[1]

„Jeder Arbeiter“, sagt Herr W. W. in dem Artikel „Überschüssige Versorgung des Marktes mit Waren“, „produziert mehr, als er selbst verbraucht, und alle diese Überschüsse sammeln sich in den Händen weniger an; die Besitzer dieser Überschüsse verbrauchen sie selbst, zu welchem Behuf sie sie im In- und Ausland gegen die verschiedensten Bedarfs- und Luxusartikel austauschen; wie viel sie aber auch essen, trinken und tanzen (sic!!) mögen, den ganzen Mehrwert können sie nicht durchbringen“ (Otetscheswennie sapiski, 1883, Nr. 5, S. 14.)*[2]

Handschriftliche Exzerpte und Notizen, Original,

SAPMO-BArch, NY 4002/75, Bl. 189 u 189 R, 193-194 R, Bl. 206-222 R.

Übersetzung aus dem Russischen von Wladislaw Hedeler

Nächste Seite »



[1] Zitiert in: GW, Bd. 5, S. 237.

[2] Zit. und Übersetzung in PSS, 1, 524; LW, 1, S. 519.